Generalversammlung der Raiffeisenbank Essenbach eG

Am 24.06.2015 lud die Raiffeisenbank Essenbach eG zur Generalversammlung in die Eskara ein. Den erschienen Genossenschaftsmitgliedern konnte über eine positive Gesamtentwicklung der Raiffeisenbank Essenbach eG berichtet werden.

Gemeinsame Verantwortung und Handlungsfreiheit für die Region fordert Aufsichtsrats-vorsitzender Max Wimmer in seiner Begrüßung. An das weit entfernte Brüssel adressiert kritisierte er, es werde zu viel Augenmerk auf den Maßstab der internationalen Großbanken gelegt. Handwerken, Landwirten und mittelständigen Unternehmen entgingen so die wirtschaftlichen Förderungen, die Ihnen zustünden. Die Erfolgsgeschichte der Genossenschaftsbanken in Deutschland und der starke nationale Mittelstand seien eng miteinander verknüpft. Steigende Mitgliederzahlen zeigten, dass dies auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen werde.

 

Die Gemeindeentwicklung und die Entwicklung der Bank seien eng miteinander verknüpft, erläuterte anschließend auch Klaus Santner, Vorstand der Raiffeisenbank Essenbach eG. Das Kreditgeschäft beispielsweise spiegle die Prosperität des Landkreises wider und festige die Bedeutung der Bank für die Region. In der Bankbilanz findet sich dies unter anderem in einem nochmals gesteigerten Kreditvolumen von 13 Mio. Euro (4.4. % über Vj.) wieder.

 

Das verwaltete Einlagenvermögen verzeichnete ebenfalls ein deutliches Wachstum um 9,6 Prozent auf 301 Mio. Euro. Klaus Santner führt dies auf den guten Ruf zurück, den die Genossenschaftsbank als verlässlicher Partner genieße. Dieses Vertrauen zeichnet er auch verantwortlich für die wachsende Zahl an Mitgliedern und Kunden.

 

Zum Stichtag 31. Dezember 2014 hat die Bank eine Bilanzsumme von 397 Millionen Euro erreicht. Das ist ein Plus von 25 Millionen Euro, also fast 7 Prozent (6,8). Über alle Bereiche hinweg hat die Bank in den vergangenen zwölf Monaten ihren Wachstumskurs fortgesetzt. An dieser Stelle bedankte Klaus Santner sich ausdrücklich bei den Mitarbeitern für die tolle Mannschaftsleistung, durch die es gelungen sei, das Kundenvolumen um 5,8 Prozent auf 795 Millionen Euro zu steigern.

 

Zur Entwicklung der Ertragslage hat maßgeblich das Geschäftsfeld „Immobilien“ beigetragen. Vor dem Hintergrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus und auf der Suche nach einer Alternative zur klassischen Geldanlage auf dem Konto drängte es viele Mitglieder und Kunden auf den Immobilienmarkt. Gefragt waren insbesondere eigengenutzte Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sowie klassische Anlageimmobilien. Nicht weniger als 100 Kunden haben der besonderen Expertise der Immobilienspezialisten vertraut um ihr Immobiliengeschäft effizient abzuwickeln.

 

Zufrieden zeigt sich der Bankvorstand auch mit der Entwicklung der zweitwichtigsten Ertragsquelle der Bank. Die starke Nachfrage unserer Kunden hat bei den Provisionen aus dem Vermittlungsgeschäft zu einem Plus auf 3,4 Millionen Euro geführt. 

 

Die Raiffeisenbank Essenbach investiere überdurchschnittlich viel in die fachliche Qualifikation und die Kommunikationsfähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Trotz steigender EDV-Kosten und dem von Klaus Santner als „Verwaltungsunsinn“ bezeichnetet Maßgaben aus Brüssel sei es gelungen durch Disziplin und Fleiß die Kosten auf rund 7 Millionen Euro zu senken. Dies führt per Saldo und nach Risikovorsorge zu einem Betriebsergebnis in Höhe von 5,3 Millionen Euro. Damit zeigten sich Vorstand und Aufsichtsrat unter den gegebenen Umständen sehr zufrieden.

 

Die, in Übereinstimmung mit dem Aufsichtsrat, vorgeschlagene Dividende in Höhe von 4 Prozent auf die gezeichneten Geschäftsanteile auszuschütten, wurde von den versammelten Mitgliedern angenommen. So fließen rund 207 TEUR vom Jahresgewinn  zurück an die Eigentümer der Genossenschaft. Die verbleibenden 503.414,50 Euro werden nach den Vorstellungen von Vorstand und Aufsichtsrat in die verschiedenen Rücklagen der Bank eingestellt.

 

EU unterschätzt Bedeutung der Mittelstandsfinanzierung

In seinem politischen Rückblick geht Bankvorstand Klaus Santner hart mit der europäischen Finanzpolitik und deren Akteure ins Gericht. Er hebt hervor, dass seiner Meinung nach die angekündigte Kapitalmarktfinanzierung für den Mittelstand keinesfalls hilfreich sei. Kreditfinanzierung, wie ihn der Mittelstand benötigt, so Santner, wird vor allem von den Regionalbanken, wie der Raiffeisenbank Essenbach eG erbracht. Nicht nu,r dass diese Mittelstandspolitik nicht unterstützt wird,  sie werde verhindert. Die Vorlagen der EU-Kommission zwängen die Genossenschaftsbanken dazu, die Zeche mit zu bezahlen, obwohl sie im Vorfeld gar nicht beteiligt waren.

 

Klaus Santner unterstreicht in seinem Resümee die Bedeutung der Regionalbanken für die regionale Entwichklung. Die Kreditvergabe an Mittelstandsunternehmen sichert deren Investitionsfähigkeit und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit. Diese wiederum, so führt er aus, sichere Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze in der Region. Ein Blick nach Großbritannien beispielsweise zeige, dass die fehlende Mittelstandsfinanzierung dort praktisch zum Fehlen dieser Wirtschaftsäule geführt habe.

 

Die steigende Anzahl an Reglementierungen, die das Bankgeschäft täglich administrativ aufblasen, kämen laut Santner keineswegs der Transparenz für den Kunden zu Gute. Der Bankvorstand entschuldigte sich sogar bei seinen Kunden für die wachsende Flut an Papier, welches heute bei jedem Bankgeschäft vorgeschrieben sei und eher belaste.

 

Die gute Ertragslage werde sich in Zukunft keinesfalls in der gewohnten Form halten lassen – überbordende Bürokratie und Niedrigzins schmelzen den Ertrag, was sich in den nächsten Jahren nach Ansicht der Bankvorstandes deutlich bemerkbar machen wird.

 

Trotz allem, so resümiert Santner, sei die Bank erfolgreich: Der Ertrag sowie die Risikosituation gut und das Eigenkapital zufriedenstellend. Dafür bedankt er sich bei den  Mitarbeitern, den Kunden, Mitgliedern, seinem Kollegen Christian Beck und dem gesamten Aufsichtsrat.

 

Warengeschäft auf Zukunftskurs

Das Jahr 2014 werde unseren Landwirten als Jahr mit guten Erträgen, aber mit rückläufigen Erzeugerpreisen in Erinnerung bleiben, prognostizierte Vorstand Christian Beck. Nachdem die Preise in den Vorjahren steil angestiegen seien und in 2012 den Höchststand erreicht hätten, war das Jahr 2013 und 2014 durch Preisrückgänge gekennzeichnet. Dem Effekt der rückläufigen Preise konnte sich auch die Warengesellschaft nicht entziehen,  sodass sich der Umsatz  gegenüber dem Vorjahr etwas verringert hat. Durch das solide Risikomanagement konnte das Jahr 2014 laut Beck dennoch wieder mit einem positiven Ergebnis abschließen.

Nach umfangreichen Investitionen in den letzten Jahren in eine neue Lagerhalle und LKW, laufe aktuell die Modernisierung des Büroteils am Lager Essenbach. Hierzu wurde das Pflanzenschutzlager in die angrenzende Halle verlegt und entspricht nun den neuesten gesetzlichen Anforderungen. Die dadurch frei werdenden Räumlichkeiten werden in Büros umgebaut, sodass im bisherigen Schalterbereich Platz für einen kleinen „Raiffeisen-Markt“ entsteht.

 

Diese Maßnahmen, so Christian Beck, unterstrichen die wichtige Bedeutung, die die Warengesellschaft, unter der Leitung von Herrn Kraxenberger, für die Bank darstellt.

Ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft und mehr

Nach der Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand stellte sich Herr Markus Simbürger zur Wiederwahl.  Die Versammlung bestätigte ihn in seinem Amt. Vor den Mitgliederehrungen wurden die Aufsichtsräte Herr Georg Luginger für 35 Jahre, sowie Herr Gerhard Langner für 15 Jahre im Dienste der Raiffeisenbank Essenbach geehrt.

 

Für 50- und 60-jährige Mitgliederschaft wurden persönlich geehrt:

 

60 Jahre Mitglied : Johannes Reisenberger, Josef Mieslinger, Josef Wagner, Gemeinde Weng

 

50 Jahre Mitglied: Franz Spitzauer,  Franz Bachmeier, Josef Forstner, Ludwig Siegl, Siegfried, Teufel Helmut, Neumeier Roman, Eisgruber Roman, Josef Schmidpeter, Alois Pelg, Sebastian Pommer, Rudolf Altinger, Friedrich Eckstein, Magdalena Fischer, Josef Woller, Hermann Ruis, Richard Zötl, Georg Wieselsberger, Otto Prechtl, Josef Schmid, Robert Huber, Alois Loichinger, Josef Attenberger, Josef Seewald, Peter Galler, Gemeinde Postau